Aktuelle Termine

12. NOVEMBER 2020, STUTTGART

Unendliche Freiheit?

Aspekte „Unendlicher Freiheit“ werden in dem neuen Projekt von TRIO vis-à-vis untersucht, das am 12. November 2020 im Rahmen der Südseite Nachts im Theaterhaus Stuttgart uraufgeführt wird. Die beiden Komponist*innen Silvia Rosani (Italien) und Alberto Bernal (Spanien) nähern sich dabei dem Thema durchaus unter ähnlichen Gesichtspunkten. Sie befragen die Beziehungen und Grenzen zwischen Wort, Bild und Ton sowie die gesellschaftspolitische Dimension des Kompositionsprozesses.

Dabei geht es um eine neue Rollenzuweisung von Künstlern und Publikum, um das Aufheben der herrschenden Hierarchien, um das Paradoxon der unendlichen Freiheit in unserer westlichen neoliberalen Gesellschaft, um die Grenze zwischen dem Individuum und den Massenbewegungen und schließlich um die Verbindung von Poesie und Ökonomie, von freiem Willen und Zwang und von individuellen und kollektiven Aktionen.

PROGRAMM:

Alberto Bernal: impossible music #33 «stummer schrei»
Interaktive Installation

Silvia Rosani: White Mask, aus „White Masks“
Zyklus für Cello, Live Elektronik und schwingende Metallplatten (2016-2019) / 7′

Silvia Rosani: Ai Limiti delle soglie II: con moto trasversale (Uraufführung)
für Sopran, Cello, Flöte, Komponistin und hybrid elektroakustische Instrumente (2019/20) / 15′
Ein Kompositionsauftrag von TRIO vis-à-vis*

Silvia Rosani: Als ich ein Kind war, Nr. 1 aus dem Zyklus „Ai limiti delle soglie“
für Sopran und Live Elektronik (2017) / 12′

Alberto Bernal: (neo)liberal systems #2 «crescendo»
für variabel Besetzung und Live Elektronik (2019) / 10′

Alberto Bernal: Made in China (Uraufführung)
für Sopran, Cello, Flöte, audiovisuelle Projektion und live Audio Tracking (2020) / 15′
Ein Kompositionsauftrag von TRIO vis-à-vis*

Silvia Rosani: Interaktive Installation

*mit Unterstützung der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg und gefördert vom Musikfonds e. V. mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Festival Südseite Nachts

Saal P1, Musik der Jahrhunderte

20 Uhr


15. NOVEMBER 2020, STUTTGART

noVOICE – noBODY

Eine Musik-/ Performance für 3 Musiker und 3 Tänzer

FESTIVAL MADE IN STUTTGART

Was passiert mit einer Person, wenn ihre Stimme, ihre Meinungsfreiheit entzogen wird? In noVOICE – noBODY erforschen Alexandra Mahnke (Choreographie) und Remmy Canedo (Komposition -Neue Musik-, Live Elektronik und Videoperformance) gemeinsam mit dem TRIO vis-à-vis und einer Tanzgruppe die verschiedene Spielarten der Machtbeziehungen und ihre jeweiligen Spielräume für (Un)Freiheit von Individuen untereinander und auf der Gesellschaft projiziert. Der Titel („voice“, „body“, „nobody“) steht nicht nur für individuelle Artikulierung mit der Stimme und individuelle Leib, sondern auch für Mitspracherecht bzw. Gesellschaft. Durch eine improvisatorische Herangehensweise bzw. Aktion-Reaktion zwischen Musik und Tanz hinterfragt unsere Performance noVOICE – noBODY soziale Schablonen, Klischees, Tabus und Stereotypen der heutigen Gesellschaft.

Musik, Videoperformance und Live Elektronik: Remmy Canedo

Künstlerische Leitung und Choreographie: Alexandra Mahnke

Idee, Konzept und Projektmanagement: Natasha López

Yahi Nestor Gahè: Tanz

Maria Kalesnikava: Flöte

Natasha López: Gesang

Alexandra Mahnke: Tanz

Hugo Rannou: Violoncello

Marija Skender: Tanz

Theaterhaus, Stuttgart

19 Uhr


5. DEZEMBER 2020, STUTTGART

Individuum —> Kollektivum

Im Rahmen der Konzertreihe des Stuttgarter Kollektiven für Aktuelle Musik e. V. (SKAM e. V.), die von 14. November bis 5. Dezember in verschiedenen Konzertorten in Stuttgart stattfinden wird, wird das TRIO vis-à-vis zwei Uraufführungen jeweils von Sophie Pope und Valery Voronov und andere Stücke der zeitgenössischen Musik spielen.

Das von Vinko Globokar’s Stück Individuum <—> Kollektivum dient als Inspiration und Titel des Projektes uns mit dem Thema „Mensch und Gesellschaft“ auseinanderzusetzen, da diese Konzeption gesellschaftskritische Aussagen und humanistische Ideale umfasst, was unweigerlich dazu führt, über die Konzepte „System“ und „Mechanismus“ nachzudenken.

Als „System“ (altgriechisch sýstēma „aus mehreren Einzelteilen zusammengesetztes Ganzes“) wird im Allgemeinen ein abgrenzbares, natürliches oder künstliches „Gebilde“ bezeichnet, das aus verschiedenen Komponenten besteht, die aufgrund bestimmter geordneter Beziehungen untereinander als gemeinsames Ganzes betrachtet werden (können). So kann man auch die Gesellschaft betrachten: aus verschiedenen und unterschiedlichen Menschen bestehend.

Die zwei Uraufführungen von Sophie Pope und Valery Voronov werden sich mit künstlerischen Mitteln mit folgenden Fragen befassen: „Welche Rolle spielt der Mensch in der Gesellschaft? Wo beendet das Individuum und wo beginnt das Kollektivum? Welche Mechanismen nutzt die Gesellschaft als Funktionssystem?“ Beide Uraufführungen sind als kleine Musiktheater Stücke konzipiert.

Mechanismen wie Filter- und Mutationsprozessen (bei Monadologie XVI ‘Solfeggio’, von Bernhard Lang), Entmenschlichung des Performers (beim Corporel, von Vinko Globokar) und verschiedene Ebenen von Stille und ihrer Kraft (bei Weitere Machtart von Stille, von Charlotte Seither) werden das Individuum in Bezug auf das Kollektivum und auf die sozialen Systeme gründlich thematisieren.

Das Ziel unseres Projekts ist die Zusammenarbeit von Musikern, Komponisten und Zuschauern, um unsere heutige Gesellschaft als System und ihre Mechanismen durch einen Blick und musikalische Erfahrung zu betrachten.

CAFé BABEL, Stuttgart

20 Uhr